Kann hier ein Skandal stattfinden? DasTheater Felina-Areal erreicht man in der Mannheimer Neckarstadt-Ost durch zwei Hinterhöfe und eine weitere Tordurchfahrt, dahinter findet man die ehemalige Schreinerei der Felina-Werke, die eigentlich Unterwäsche und Dessous herstellen. Und dort, in diesem ehemaligen Schreinereigebäude, ist Sascha Koal nun tätig als “Theatervater”. Und als Papa muss man sich um sein Kind kümmern, auf das es wachse und gedeihe.
Nun ist Mannheim nicht gerade der Nabel der Theaterwelt, noch nicht einmal in der Nähe desselben, auch wenn man es nur auf Deutschland beziehen würde. Und da bedarf es schon eines etwas grösseren Geschützes, um ein Theater für freie Gruppen in einer Schreinerei “far, far away” ein bisschen bekannt zu machen. Doch nun ist Mannheim natürlich auch nicht gerade eine Metropole, in der die spektakulären Themen so richtig wirklich auf der Strasse liegen, und da muss man sich klammern an das, was einem das Leben so vor die Theaterbeine wirft – so knochig die Knochen auch sind…
Sascha Koal jedenfalls dachte sich, der Prozess um den Wettermoderator Jörg Kachelmann, der ja schon seit knapp einem Jahr vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Exfreundin freigesprochen ist, könnte doch ein Thema sein, um seinem Baby ein bisschen überregionale Publicity zu besorgen – natürlich unter Berücksichtigung des erforderlichen künstlerischen Anspruchs. Er schrieb also ein Theaterstück über diesen Prozess und inszenierte dieses auf seiner Bühne, die im ausverkauften Zustand immerhin 60 Zuschauern Platz bietet. Und damit man ihm nicht gleich den Vorwurf macht, vom Presserummel rund um den Prozess profitieren zu wollen, erfand er gleich noch einen auf grosses Theater hindeutenden Titel: „Kachelmanns Rashomon“
Übrigens ist Jörg Kachelmann nicht der einzige Prominente, der den Bekanntheitsgrad von Sascha Koals in der Schreinerei zusammengezimmertes Theater in die Schlagzeilen bringen soll; auch Carla Bruni muss herhalten, wird doch ihr angebliches, aber immerhin nun nicht mehr geheimes Tagebuch dort ebenfalls bühnentechnisch ausgeschlachtet: CARLA BRUNI.
Doch zurück zum eigentlichen Thema: aus streng künstlerischen Gründen (oder vielleicht, um den Aufwand in angemessenen Grenzen zu halten) wurde es dann allerdings nur ein ziemlich beschränktes Zwei-Personen-Stück, das Kachelmann-Opus: die weibliche Hauptrolle spielt Sarah Gross, eine Schauspielerin, die ihre Ausbildung an der Theaterakedemie Köln erhielt und danach an diversen Kleintheater Erfahrungen sammelte, so zB. im ArtTheater und RoomService, Köln, im Theater der Altstadt und im Studio Theater, Stuttgart, oder beim Theatersommer Ludwigsburg. In Mannheim gibt sie jetzt neben der Ex-Geliebten Kachelmanns gleich auch noch die Bruni – ein Aufwasch eben. Den männlichen Part des Stücks verkörpert Dirk Mühlbach, der allerdings mit dem Wettermoderator, aber auch mit dem von der Nebenklägerin für ihr eigenes Filmprojekt so dringend gewünschten George Clooney (…) in etwa so viel Ähnlichkeit hat wie die Maus “Jerry” mit der Katze “Tom”. Dieser Schauspieler hat immerhin schon ein bisschen grössere Bühnenluft geschnuppert: Beginn der Karriere am Mannheimer Nationaltheater, Staatstheater Stuttgart, nun freier Schauspieler z.B. an der Seite von Raimund Harmstorff in “Götz von Berlichingen” bei den Burgfestspielen Jagsthausen. Auch im Fernsehen konnte man ihn schon sehen, unter anderem im ”Tatort” oder in “Ein Fall für Zwei” wie auch in Spielfilmen.
Diese beiden allerdings mehr als mässig bekannten Darsteller schlüpfen nun also in verschiedene Personen, die während des Prozesses eine Rolle gespielt haben – und stellen natürlich (und hauptsächlich, mag man anmerken) die beiden unterschiedlichen Sichtweisen des angeblichen Tatgeschehens nach, so, wie sie bisher in der Öffentlichkeit bekannt geworden sind. Dabei scheint es recht drastisch zuzugehen, wenn man den Probenaufnahmen aus dem Berliner Kurier Glauben schenkt (Ist das Kunst? So hart geht es im Kachelmann Stück zur Sache | Panorama - Berliner Kurier): nackte Haut verkauft sich eben am besten, wenn die eigentlichen Inhalte dünn und dünner werden.
Auf die Zuschauer scheint Sascha Koals künstlerischer Erguss allerdings eher wenig Eindruck gemacht zu haben („Brüchigkeit von Wahrheit“: Premiere für Kachelmann-TheaterstückTT Online): auch wenn er sich redlich bemüht, den Werbefeldzug für sein Kleinsttheater dramaturgisch zu überhöhen, in dem er verkünden lässt, in dem Stück gehe es „um die Vielschichtigkeit von Wahrheit und um die prinzipielle Brüchigkeit von Wahrheit“, und damit zusammen mit dem Titel des Stücks auf den sogenannten „Rashomon-Effekt“ (nach dem Titel einer Erzählung des japanischen Autors Akutagawa Ryunosuke) anspielt, so erntet sein Werk letztendlich nur wohlwollenden (ein euphemistisches Wort für mitleidigen), aber keinen frenetischen Beifall der knapp 60 Zuschauer. „Die Schauspieler haben gut gespielt, aber ich brauche nicht unbedingt das Stück“, bilanzierte eine Zuschauerin. „Das Thema ist eigentlich vorbei.“
Also kein Skandal, dieses Theaterstück, eher eine kleine Randnotiz im Nachgang zu dem spektakulären Prozess um den Wettermoderator, der sich im übrigen selbst recht entspannt – wenn auch mit einem etwas resigniert-fatalistischen Unterton zu diesem Werklein äusserte:
“Ich habe eine lügende Schwetzinger Falschbeschuldigerin ausgehalten, lügende Schwetzinger Polizisten, eine lügende Mannheimer Staatsanwaltschaft und 132 Tage unschuldig im Herzogenried. Da kommt’s mir nun auf Leute, die mit meinem Namen auf meinem Buckel ein paar Leute mehr in ihre provinzielle Kleinkunstwelt locken wollen, auch nicht mehr an”,
so der 53-Jährige in einer Erklärung, die sein Anwalt der Nachrichtenagentur dpa weiterleitete (Theaterstück zu Kachelmann-Prozess – “Darauf kommt’s auch nicht mehr an” – Kultur – sueddeutsche.de).
Eigentlich könnte es damit sein Bewenden haben, doch ganz so schnell sollte man den Blick doch nicht wenden von dieser Randnotiz, denn sie lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf den eigentlichen Skandal: nämlich den Umstand, dass bis heute in der Öffentlichkeit weiterhin zwei Versionen über den angeblichen Tatverlauf kursieren – und diese beiden Versionen immer noch als nahezu gleichwertig gegeneinander gestellt werden können.
Tatsächlich ist da auf der einen Seite die Version des erfolgreichen Unternehmers Jörg Kachelmann, die hinsichtlich des angeblichen Tatgeschehens in keinem einzigen Punkt widerlegt werden konnte – und dem man allenfalls die Vorwürfe machen kann, zum einen vor dem angeblichen Tattag einen Umgang mit seinen Freundinnen gepflegt zu haben, der moralisch angreifbar ist, zum anderen in seiner Vernehmung vor dem Haftrichter den Umfang seiner Beziehung zur Nebenklägerin bagatellisiert zu haben. Beides nicht schön, aber nicht ansatzweise strafbar und eben keinen Rückschluss liefernd für angeblichen Lügen zum Verlauf des Tages, an dem er seine ehemalige Geliebte das letzte Mal in ihrer Wohnung besuchte.
Und auf der anderen Seite ist da die Version der von der Staatsanwaltschaft und dem Gericht der vierfachen Lüge zu wesentlichen Teilen des Randgeschehens überführten Nebenklägerin, der man attestierte, dass sie anlässlich des Verfahrens
“ihre Fähigkeit zur Konstruktion und Aufrechterhaltung einer Falschaussage unter Beweis gestellt”
habe und bei der
“Bestrafungs- und Belastungsmotive nicht ausgeschlossen werden”
können.
Ihre Version – im Gegensatz zu der des rechtskräftig freigesprochenen Jörg Kachelmanns -
“selbst weist erhebliche Mängel auf, die bereits die sog. Mindestanforderungen betreffen (Logik, Konsistenz, Detailierung, Konstanz, Strukturgleichheit). Demzufolge kann ein etwaiger Erlebnisbezug der Aussage oder umschriebenen Aussagekomplexen mit aussagepsychologischen Methoden nicht bestätigt werden.”
Und trotzdem kann auch diese mehr als mangelhafte und zusätzliche durch massive Lügen bzgl. des wesentlichen Randgeschehens belastete Darstellung weiterhin Gegenstand der öffentlichen Diskussion und Gegenstand einer künstlerischen Darstellung (der Kunstbegriff ist ja durchaus weit gefasst) sein, und dies führt zum eigentlichen Kern des Skandals: ein Skandal, der darauf beruht, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim weiterhin absichtlich die tatsächlichen Erkenntnisse sowohl des Oberlandesgerichts Karlsruhe als auch die die des Landgerichts Mannheim unter Verschluss hält – und darin von Teilen der Mannheimer Justiz tatkräftig unterstützt wird.
Es wird Zeit, dass dies endlich aufhört und die Staatsanwaltschaft Mannheim den Beschluss des OLG Karlsruhe und des LG Mannheim für die gesamte Öffentlichkeit freigibt, damit diese Nachverurteilung, wie sie jetzt auch wieder das Theaterstück in Mannheim (vielleicht sogar unabsichtlich, trotzdem aber eben zu Lasten eines rechtskräftig Freigesprochenen) vornimmt, aufhört – auch wenn dies für die Ermittlungsbehörde peinlich sein könnte, würden so nämlich ihre zirkelschlüssigen Argumentationen bei der Ermittlung, bei der Anklageerhebung und im laufenden Prozess (und der frühe Zeitpunkt ihrer Aufdeckung) für jeden offenbar. Dies kann aber nun wirklich nicht eine angemessene Information der Öffentlichkeit zum Schutz der Interessen eines zu rehabilitierenden ehemaligen Angeklagten verhindern.
Photo: www.pixelio.de

Mannheimer
15. April 2012
“Mannheim nicht gerade der Nabel der Theaterwelt”? Da hat jemand ja mal richtig von Mannheim, und vom Theater… Mannheim ist, gerade im Vergleich zu seiner Größe, schon immer eine der aktivsten Theaterstädte überhaupt. Die freie Szene ist nicht unbedingt der Bringer, aber Mannheim und Theater gehören einfach zusammen, nicht zuletzt durch das wohl beste Publikum Deutschlands.
stscherer
15. April 2012
Sie meinen wohl, ich hätte keine Ahnung von der Mannheimer Theaterszene – wenn ich mal Ihren Satz vervollständigen darf). Das kann durchaus sein, allerdings werden Sie mir wohl Recht geben, dass es durchaus wichtigere Theaterstandorte auf dieser Welt gibt als Mannheim, oder? Und “das wohl beste Publikum Deutschlands” ist sicherlich ein Ehrentitel, den sich nicht nur Mannheim zusprechen wird – sie können ja mal in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Köln oder München nachfragen – wir Niedersachsen sind da wesentlich zurückhaltend, was solches Selbstlob betrifft.
gabrielewolff
15. April 2012
Diese Klein-Kunst?-Bühne hängt sich ganz offensichtlich an Trends an: das geheime Tagebuch von Carla Bruni schreibt die ›Ente‹ seit 2008:
y
stscherer
15. April 2012
Liebe Frau Wolff,
wir wollen doch die Spannung nicht zerstören… derzeit klärt man Zuständigkeiten!
MfG
Stefan Scherer
Frank Georg Bechyna
15. April 2012
Sehr geehrter Herr Scherer :
( 1 )
Was Ihre zutreffenden, dezidierten und substanttierten Ausführungen zu dem ” Fall Kachelmann ” – dieser wurde selbst nach Friede Springers ” Bild ” mit 5 zu 0 Stimmen freigesprochen – anbelangt, so werden die Beschlüsse des OLG Karlsruhe wie das Urteil der 5. Grossen Strafkammer des LG Mannheim mit allen Mitteln nicht veröffentlicht werden .
( Ob es, wie gelegentlich zu lesen ist , dennoch Kopien über eine Prozessbeteiligte gigt ist hier nicht von Bedeutung . )
Die in Mannheim beteiligten Richter Seidling, Dr. Bock und Bultmann wie die Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Mannheim dürfen ohne von den Vorgesetzten zur Rechenschaft gezogen worden zu sein, weiterhin agieren .
Dies ist ein Skandal .
( 2 )
” Mannheimer ” meint wohl mit dem besten Theaterpublikum die tatsaächlich Anwesenden während des Prozesses gegen Herrn Kachelmann . Nicht die Schreiber darüber wie Alice ‘ Maice ‘ Schwarzer usw. , denne jede fachliche Kompetenz gefehlt hat, über Dericht. STA und Gutachten zu schreiben und sich geltungssüchtig in Schwätz-Shows auszubreiten .
VRLG Seidling hat dies als ortansässiges Sportbvereinamitglied wohl falsch verstanden und direkt unkontrlliert, ja enthemmt auf sachkundige Prozessbeobachter wie Rechtsanwälte als gleichberechtige ( und tatsächlich bessere ) Organe der Rechtspflege hemmungslos eingedroschen .
Würde Michael Seidling in seinem Provinzsportverein sich so vorsätzlich foul verhalaten belämme der Senior dieser als ” Veranstaltung ” proklamierten Gerichtsshow sofort die Rote Karte gezeigt bekommen .
So bleibt Mario Basler, wenigstens ein ” Typ ” , der wohl einzige Mannheimer von Bedeutung .
Viele Grüsse
Frank g. Bechyna
stscherer
16. April 2012
Einige Internet-Trolle haben es übrigens immer noch nicht begriffen: jedem, der sich mit dem Fall Kachelmann näher beschäftigt hat, war klar, dass die nachgewiesenen massiven und hartnäckigen Lügen der Nebenklägerin das – allerdings wesentliche – Randgeschehen betrafen. Ob es sich bei ihren Aussagen zum eigentlichen Tatgeschehen um Lügen handelt, hängt davon ab, zu welchem Ergebnis man bei Würdigung des von mir schon wiedergegebenen Zitats kommt:
“(Die Aussage zum Tatgeschehen) selbst weist erhebliche Mängel auf, die bereits die sog. Mindestanforderungen betreffen (Logik, Konsistenz, Detailierung, Konstanz, Strukturgleichheit). Demzufolge kann ein etwaiger Erlebnisbezug der Aussage oder umschriebenen Aussagekomplexen mit aussagepsychologischen Methoden nicht bestätigt werden.”
Man setze dies dann in Bezug zu den fehlenden Spuren am Messer, den nicht nachvollziehbaren Verletzungen usw. usw. Aber schon allein das obige Zitat dürfte eigentlich auch dem letzten geifernden Kuhfutter, dem letzten blindwütigen Mütterlein, welches gerne mal den Chefermittler gibt, und auch der letzten vertrockneten Saftschubse die Augen öffnen, wer in Mannheim die Wahrheit gesagt hat.
stscherer
17. April 2012
Schau an, da musste Herr S. aus K. mal wieder Überstunden machen, weil ein von ihm doch so gern gesehener Internet-Troll erneut in den späteren Abendstunden die von Hause aus schon sehr gering ausgeprägte Selbstbeherrschung verloren hat – was hilft es da, wenn man zwar nicht die Haare und die Gedanken, aber die Zähne schön hat.
Es könnte durchaus eine länger andauernde Aufgabe werden, den von ihm gehätschelten Kindergarten zu disziplinieren, um nicht regelmässig “zur Klaglosstellung” hinter denjenigen her hecheln zu müssen, denen offensichtlich jegliche Kinderstube fehlt: was Nickchen nicht gelernt, lernt Nicki nimmermehr, sozusagen. Und was Nicki verbockt, muss Herr S. aus K. geradebiegen.
Übrigens sieht Herr S. aus K. noch nicht einmal seine Verantwortung für die Beleidigungen, die in seinem “Ratgeber” so auftauchen – schliesslich habe er diese ja irgendwann einmal durch Teillöschung entschärft und seinem Kindergarten extern und intern die Leviten gelesen – was allerdings bei den vorhergehenden strafrechtlichen Beleidigungen auch nichts gefruchtet hat, wie er geflissentlich ignoriert, der saubere Herr S. aus K.
Apropos sauber: so also wäscht er sich sehr einfach die Hände in Unschuld, der Herr S. aus K – was ja ein durchaus probates Mittel schon vor mehr als 2000 Jahren gewesen sein soll bei einem anderen (danach jedenfalls an den Händen) sauberen Herrn, dessen damaliges Verhalten aus heutiger Sicht allerdings doch wohl mehr als kritisch zu betrachten ist. Richtig ruhmreich scheint solches “Händewaschen” also noch nie gewesen zu sein.
Doch beobachten wir interessiert weiter, wann die Hormone wieder durchdrehen (ohne hiermit auf etwaige Symptome einer Menopause anspielen zu wollen, da Nicks keine Menopause bekommen können, würde ich meinen), denn es wird ja häufiger einsame Abende in Hessen geben; ebenfalls interessiert können wir dann zur Kenntnis nehmen, wann der so gerne seinen Ehrenkodex wie eine Monstranz vor sich hertragende Herr S. aus K. erneut die Waschschüssel für die Tilgung der neuerlichen Beleidigungen und für seine Hände holen muss…
Maschera
23. April 2012
Sehr geehrter Herr Scherer,
den eigentlichen „Skandal“ bezüglich der Inszenierung auf der Kleinkunstbühne in Mannheim haben sie bereits thematisiert. Ich zitiere: „Nämlich, dass bis heute in der Öffentlichkeit weiterhin zwei Versionen über den angeblichen Tatverlauf kursieren – und diese beiden Versionen immer noch als nahezu gleichwertig gegeneinander gestellt werden können.“
Wie dem auch sei, ich habe mich am Freitag, zusammen mit einer Freundin auf dem Weg in das kleine Theater gemacht um meine eigene Meinung zu bilden.
Regisseure, Schriftsteller etc. entnehmen ihre Inspiration seit jeher wahren Begebenheiten, dies dürfte nichts Neues sein. Das also ein Herr Sascha Koal das Thema „Causa Kachelmann“ aufgegriffen hat, zumal der Prozess sich in Mannheim abgespielt hat ist eigentlich naheliegend.
Zu den Darstellern, es sind ja nur zwei an der Zahl. So wenig das ganze Stück einen Anspruch auf Wahrheit hat, so wenig „Ähnlichkeit“ gibt es auch zwischen den Hauptdarstellern und den beiden Betroffenen in der Causa.
Sarah Groß ist eine aparte Erscheinung von sehr schlanker Gestalt. Sie spielt gut, wenn auch meiner Meinung nach [noch] ein wenig „hölzern“. Da ist Dirk Mühlbach ganz klar der erfahrenere und authentischere Schauspieler, dem ich durchaus ein gewisses Charisma „attestiere“.
Vom Kennenlernen bis zur mm Tatnacht achtet Herr Sascha Koal nahezu akribisch darauf immer beide Seiten darzustellen. Dies meist in einem Dialog. Es gibt zunächst durchaus sehr „witzige“ fast Persiflage-ähnliche Einlagen. Z.B. wird dargestellt wie denn die Verhandlungen zwischen einer bestimmten selbsternannten Gerichtsreporterin und einer großen Boulevardzeitung evtl. aussahen.
Möglicherweise wurde dieser „Gerichtsreporterin“, die bekanntermaßen immer etwas gegen die Nacktheit der Mädchen auf der Titelseite hatte, folgendes vorgeschlagen: Während der Zeit ihrer Berichterstattung würde man den Mädchen etwas mehr anziehen und es sei gewährleistet, dass alle Mädchen mindestens über einen Akademischen Titel verfügen……..
Evtl. würde die Zeitung dies auch nach dem Prozess beibehalten und so könne die Gerichtsreporterin sich rühmen an einer geradezu revolutionären Wandlung bei dem Boulevardblatt mitgewirkt zu haben……
In diesem Zusammenhang gab es noch mehr zum Lachen, möchte aber nicht weiter ausholen. Der Hintergrund war ein sehr ernster und so wurde es im Laufe des Stückes auch dargestellt.
Zur Sprache kamen die Lügen der weiblichen Person hinsichtlich der Tickets und des Briefes. Ebenfalls wurde sehr überzeugend verlesen wie die Experimente eines vom Gericht abgelehnten Gutachters durchgeführt wurden und wie eindeutig die Ergebnisse waren. Nämlich, dass, es nicht möglich war, mit wie viel auszuhaltenden Druck des Messers auch immer, die Wunden zu verursachen, die bei der Frau so nachhaltend vorhanden waren. Ähnlich verhielt es sich mit den blauen Flecken an den Oberschenkeln. Als Fazit wurde lediglich verlesen: es konnte nicht eindeutig bewiesen werden, dass die Anzeigende die Unwahrheit und der Angeklagte die Wahrheit gesagt habe.
Dies rief bei meiner Freundin fast Bestürzung hervor. Diese hatte sich nie mit dem Fall beschäftigt und wusste so gut wie nichts. Auf ihre Frage an mich: „So kann das doch nie gewesen sein, wieso hat man das nicht anerkannt“? Konnte ich natürlich nur antworten: da musst du das Mannheimer Landgericht fragen……
Gerade auch durch das Verlesen dieser Ergebnisse der experimentellen Untersuchungen wirkte die Darstellung der Version der Frau, in dem sie sich selbst versucht zu verletzen mit am Hals gehaltenen Messer, geradezu grotesk.
Längen gab es auch in dem Stück. ZB die Szene in der die Beiden Darsteller den Film „Shining“ ansehen. Hier hat meine Aufmerksamkeit stark nachgelassen, was meine Freundin sofort bemerkte. Sie flüsterte mir ins Ohr: „Ich sehe schon die Schlagzeile: ehemalige Laien-Gerichts-Berichterstatterin schnarcht sich während der Mannheimer Aufführung in die Herzen der Zuschauer……!“
Das war für meine Freundin und mich fast der Höhepunkt des Abends, denn es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten das kleine Theater aus Rücksicht auf die weiteren Zuschauer vor lauter lachen verlassen müssen. Seit Jugendzeiten befreundet bedarf es oft nur eines Blickes, eines Wortes und es ist um unsere Beherrschung geschehen. Etwas wunderbares, über das ich mich immer wieder freue. Leider nicht immer angebracht…………..
Schließlich wollten wir es nicht an gebührendem Respekt den Darstellern und Zuschauern gegenüber fehlen lassen!
Unterm Strich war es ein sehr unterhaltsamer Abend und trotz der Bemühungen des Herrn Sascha Koal die Causa so ausgeglichen möglich zu inszenieren standen den Lügen der Frau und den „Gutachten“, lediglich die Argumente einer verletzten, enttäuschten Frau gegenüber und das „unmoralische“ Leben eines Mannes.
(Gutachten in Anführungszeichen, weil die Darstellung keinen Anspruch an Wahrheit hat, trotzdem sehr Aussagefähig. „Unmoralisch“ in Anführungszeichen, weil ich mir nicht anmaße darüber zu urteilen und weil dieses Verhalten nicht strafbar ist).
So far, liebe Grüße aus Mannheim!
stscherer
23. April 2012
Liebe Maschera,
ganz herzlichen Dankt für diesen nicht nur unterhaltsamen, sondern insbesondere informativen Bericht – genau so wie auch Ihre Berichte aus dem Mannheimer Prozess waren, die ich immer mit grossem Interesse und mit grosser Bewunderung für Ihre Aufmerksamkeit gelesen habe.
Allerdings wird der Bericht die einschlägigen Gagaisten mal wieder nicht zufrieden stellen, denn auch das Theaterstück scheint ja nach Ihren Beobachtungen darzustellen, wie grotesk die Version der Nebenklägerin im Lichte der übrigen Beweismittel wirkt.
Liebe Grüsse nach Mannheim
(sozusagen von der Provinz in die Provinz)
Stefan Scherer
Maschera
23. April 2012
Sehr geehrter, lieber Herr Scherer,
Zitat von ihnen: „Allerdings wird der Bericht die einschlägigen Gagaisten mal wieder nicht zufrieden stellen, denn auch das Theaterstück scheint ja nach Ihren Beobachtungen darzustellen, wie grotesk die Version der Nebenklägerin im Lichte der übrigen Beweismittel wirkt.“
Mein Anliegen ist es sicher nicht GaGaisten zufrieden stellen zu wollen! Im Gegenteil, ich distanziere mich von diesen Personen und schreibe daher hier, in ihrem Blog!
Ohne die GaGaisten wäre ich „meiner alten Plattform“ (http://ratlos-im-netz.forumieren.com/forum) gerne treu geblieben!
Auch in der „Provinz“ gibt es kritische Geister (lächel)……………….. LG, Maschera
stscherer
23. April 2012
Liebe Maschera,
das geht mir ähnlich, wenn ich die dortige Hetzjagd so verfolge. Es ist schade, dass Herr S. aus K. dies duldet.
Ich überlege seit Tagen, ob ich “Quo Vadis” dort einmal auf seine Fragen antworte, hält er/sie doch dort die Fahne hoch gegen das Dauerfeuer der crazy Daisy, der unsäglichen Smileyverwenderin und der mutmasslichen Ex-trolley-dolly, deren trostloses Realleben inzwischen anscheinend nur noch aus Zahnreinigung und einem schnellen Hähnchen vor dem Bildschirm besteht – immerhin hat sie das Wochenende mal wieder komplett in dem Forum verbracht – von einigen wenigen Stunden vermutlich dumpf-brütenden Erschöpfunsschlafs abgesehen…
Ich jedenfalls (als kritischer Geist in der niedersächsischen Provinz) freue mich sehr über solch kritische Geister wie Sie in der Mannheimer Provinz…
Liebe Grüsse
Stefan Scherer
maschera
23. April 2012
Sehr geehrter, lieber Herr Scherer,
die Gaga-isten sind es nicht Wert auch nur noch ein weiteres Wort über sie zu verlieren. Meine Meinung!!!
LG, Maschera
stscherer
23. April 2012
Liebe Maschera,
auf der einen Seite haben Sie vollkommen recht, aber auf der anderen Seite ist es schon ein Lehrstück für die Gefahren des Internets und der Anonymität dort, wie sich die hinter ihren Nicks verbarrikadierten Wesen Tag für Tag weiter in ihre virtuelle Welt zurückziehen und jeden Realitätsbezug verlieren. Trolley-Dolly jedenfalls scheint jegliches Privatleben zugunsten des Forums aufgegeben zu haben.
Bedenklich stimmen inzwischen die Verbalausfälle gegen reale Personen, denen das mobile Wischkommando mit virtuellem Ostseewass kaum noch Herr wird – und wenn Sie dann noch den Schriftverkehr der von bestimmten GaGaisten beauftragten Rechtsanwältin lesen würden… das hat schon eine eigene Qualität, und damit meine ich nicht, dass man dort einfach auf eine völlig unbeteiligte Person losgeht, der man völlig zu Unrecht unterstellt, sie sei irgendeine Internetuserin, die man als Feindbild ausgemacht hat.
Liebe Grüsse
Stefan Scherer
XXXXXXX XXXXXXX (maschera)
23. April 2012
Sehr geehrter Herr Scherer,
sie haben Recht! Daher meine Grüße, mein Klarname u. falls Notwendig Anschrift!
Ich stehe zu allem Geschriebenen!
LG, XXXXXXX XXXXXXXXX, (alias Maschera)
stscherer
23. April 2012
Liebe Maschera,
nach dem, was ich gerade an anderer Stelle lesen musste – und in einigen Minuten hier kommentieren werde -, werde ich Ihren Klarnamen definitiv nicht veröffentlichen; es ehrt Sie ungemein, dass Sie dies erlauben, doch wenn ich lese, dass Herr S. aus K. inzwischen Freibriefe ausstellt….
Da bleiben wir doch lieber bei dem ungemein sympathischen Nick, den Sie haben.
LG
Stefan Scherer
Gabriele Wolff
23. April 2012
Besten Dank, liebe Maschera!
Nur diese eine Passage habe ich nicht verstanden:
»Gerade auch durch das Verlesen dieser Ergebnisse der experimentellen Untersuchungen wirkte die Darstellung der Version der Frau, in dem sie sich selbst versucht zu verletzen mit am Hals gehaltenen Messer, geradezu grotesk.«
Es steht doch fest, daß das Messer die Schürfungen NICHT verursacht hat – dann kommt es doch auch für keine Selbstverletzung in Betracht?! (Rothschild nahm m.W. alternativ eine rauhe Schnur an). Stichwort: “Warum lügt sie so schlecht?”
QuoVadis
23. April 2012
Liebe Maschera,
vielen Dank für Ihre Eindrücke. Erneut haben Sie gezeigt, welche Welten zwischen Berichterstattung von Ihnen und “Berichterstatterinnen” liegen.
Und wie die Medien das Stück uminterpretiert haben. Man ist fast geneigt zu denken, ASchwarzer wurde schon mehrfach geklont… Oder, daß der Tunnelblick ansteckend ist.
Lieber Herr Scherer,
Ihr Zitat:
[...]Ich überlege seit Tagen, ob ich “Quo Vadis” dort einmal auf seine Fragen antworte, [...]
Zitatende
Danke, daß sie sich Gedanken machen. Nur ob das Ihrer Zeit wert ist? Der “Brief” war eher rhetorisch angedacht, ohne Erwartung auf eine Antwort…
LG, QV
stscherer
23. April 2012
Liebe(r) QV,
Vieles ist meiner Zeit wert, und Ihre höchst amüsanten und darüber hinaus inhaltlich sehr bemerkenswerten Ausführungen sind zusammen mit denjenigen des Capitano, des von mir auch im realen Leben sehr geschätzten Pfeffergewächses und der freundlichen Dame aus unserem Nachbarland die besonders grossen Lichtblicke im Forum des Herrn, der wohl inzwischen den Kampf für eine faire und sachliche Auseinandersetzung über Meinungen aufgegeben hat und lieber die Putzkolonne wider die Straftat gibt (ohne dabei das Wurzel der Auswüchse anzugehen).
Ich habe mitnichten etwas dagegen, wenn Sie dort die Diskussion zu meinen hier verfassten Einträgen anstossen – doch wird er karg bleiben, der Acker, den Sie bestellen und pflegen wollen, da bösartiges Unkraut und hinterhältige Schatten Ihnen die Ernte vergällen werden. Vielleicht helfe ich Ihnen bei der Pflege, aber sein Sie mir nicht allzu böse, wenn ich es dann doch nicht tue, weil der Acker einfach zu unfruchtbar ist.
Apropos Schatten: derjenige, den wir nun Beide ertragen müssen, ist ein schlimmer, und er hat ja leider nun auch einen Ort gefunden, an dem er sich suhlen darf. Doch denke ich, wir Beide sind stark genug, ihn zu ertragen – so alt, um nicht mit trolley-dolly fertig zu werden, sind wir beide nicht, und darüber hinaus besitzen wir ja Beide etwas, was uns einen unschätzbaren Vorteil vor Miss Zahnrein beschert: besitzen wir doch die Unterstützung und das Vertrauen von real existierenden Lebenspartner und Kindern, ja, ich möchte fast sagen, besitzen wir überhaupt ein erfülltes reales Leben und können deswegen diese virtuellen Flatuenzen zwar ernsthaft, aber mit angemessener Gelassenheit zur Kenntnis nehmen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen vergnüglichen Tag
Mit freundlichen Grüssen
Stefan Scherer
xxxxx xxxxxx (maschera)
23. April 2012
Hi Gabrielle,
Herr Scherer hat meine Formulierung wie es scheint verstanden, du nicht? Das tut mir leid. Ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt! Aus den Gutachten ging eindeutig hervor, dass die Schilderungen eindeutig GEGEN die Aussage der Frau sprachen.
Aber falls in diesem Bereich eventuelle Unklarheiten auftauchen so hoffe ich doch, dass mein Beitrag hier die Grundstimmung/Haltung klar gemacht hat.
Da es hier um die Aussage von Prof. Dr. Brinkmann als Zeuge geht müsstest du meine Worte dazu am besten kennen………………..?.:-)
Es wurde, (meiner Meinung nach) eindeutig erwiesen, dass die Verletzungen durch das Messer, wie von der damaligen Anzeigen-Erstatterin beschrieben, NICHT stattgefunden haben können.
„Meiner Meinung nach“ bezieht sich jetzt auf die Inszenierung von Herrn Sascha Koal. Dieser Mann hat ein sehr gutes Stück inszeniert. Ein Stück das evtl. den einzelnen Protagonisten mehr oder weniger gefallen würde…………
@Stefan Scherer: Danke für ihre Rücksichtnahme bezüglich der Veröffentlichung meines Klarnamens. Ich werde jetzt mal nachlesen ob diese begründet ist. Begründet bezüglich meiner Identität.
Mich würde schon SEHR interessieren was man MIR vorwerfen will!!!
Hier in MA scheint momentan die Sonne und daher entsprechende, sonnige Grüße, Maschera
(Natürlich auch an dich Gabrielle).
stscherer
23. April 2012
Liebe Maschera,
ich habe Ihren Eintrag ein wenig gekürzt, da ich hier keine Diskussionen führen kann, wer kriminell ist oder wer nicht.
Tatsächlich ist es so, dass bestimmte User inzwischen zu massiven und strafrechtlich relevanten Beleidigungen und Drohungen gegen reale Personen übergehen – oder wie würden Sie es interpretieren, wenn jemand meint, Ihr Tun könne nur der “Sensenmann” stoppen?
Nachdem man sich ja schon sehr abfällig über Ihre Berichterstattung aus Mannheim geäussert hat, möchte ich niemandem die Möglichkeit geben, Sie in ähnlicher Weise anzugehen. Man muss bei crazy-daisy, trolley-dolly und Inspector Clouseau mit allem rechnen.
Liebe Grüsse
Stefan Scherer
Gabriele Wolff
24. April 2012
Liebe Maschera,
es gibt so einige, die Prof. Brinkmanns Aussage genau verfolgt haben (unter anderem die übrigen Rechtsmediziner, die ihm gefolgt sind) – mich hat eben interessiert, was der Regisseur daraus gemacht hat (allein das war mir etwas unklar geblieben).
Herzliche Grüße zurück!