Mitgliederkonzentration – auch Krankenkassen müssen für sich werben

Posted on 30. August 2010

0


Unterschiede im Beitragssatz sind kein wirklicher Grund mehr, die Krankenkasse zu wechseln, und auch die zukünftigen Zusatzbeiträge werden sich bei den allermeisten Kassen angleichen; also müssen die Kassen sich etwas Anderes einfallen lassen, um neue Kunden zu werben. Da werden Leistungsunterschiede immer wichtiger.

Und da gibt es schon eine Menge, z.B.:

Neben den speziellen Hausarztprogrammen und Sondertarifen, die praktisch jede Kasse im Angebot hat, gibt es auch noch diverse Rabattmodelle bei Nichtinanspruchnahme von ärztlichen Leistungen. Und natürlich auch umfängliche Vorsorgeprogramme.

Aber dann ist da natürlich noch das Modell „Zusatzleistungen gegen Aufpreis“: rezeptfreie, homöopathische, anthroposophische und pflanzliche Arzneimittel werden so abgegeben, und ebenfalls gegen Aufpreis können sich gesetzlich Versicherte umfangreichere Leistungen in Anspruch nehmen. Und hier gilt es, vorsichtig zu sein: diese zusätzlichen Leistungen der Krankenkasse dürfen natürlich nicht zu Lasten der Leistungserbringer gehen. Schliesslich sind es die Kassen, die neue Mitglieder werben und damit ihre Einnahmeseite verbessern wollen, und dann können es ja nicht die Leistungserbringer sein, die diese Werbestrategie durch Einnahmeausfälle finanzieren.

Aber es tut sich natürlich auch eine neue Chance auf: sicherlich werden bestimmte Kassen sich spezialisieren, und die Leistungserbringer sollten durchaus die Möglichkeit ins Auge fassen, Krankenkassen in diesen Bemühungen zu unterstützen, um so im Rahmen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit die beiderseitigen Kompetenzen positiv zu verstärken. In diesem Zusammenhang werden einige Kassenvertreter verstehen, dass nicht nur der niedrigste Preis ein Kriterium zum Abschluss einer Vereinbarung sein kann, sondern auch ein Gesamtpaket, bei dem für beide Seiten Preis und Leistung stimmen – Kompetenz, Beratung, handwerkliche Leistung sind eben auch Kriterien, an den sich die Leistung zeigt, denn zwischen „billig“ und „preiswert“ besteht immer noch ein grosser Unterschied.

Und was für Konsequenzen hat das für die Versicherten? Zunächst einmal müssen diese wissen, welche Leistungen und Serviceangebote für sie wichtig sind. Und dann heisst es suchen und vergleichen, und da wird durchaus der kompetente Rat des vertrauenswürdigen Partners vor Ort gefragt sein: also im Zweifel Ihr Rat als Leistungserbringer…