BSG: Dieter Bohlen ist ein Künstler

Posted on 6. September 2010

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Es ist richterlich bestätigt: Dieter Bohlen ist ein Künstler – jedenfalls dann, wenn er als Juror in „DSDS“ auftritt.

Dies entschied das Bundessozialgericht in Kassel am 01.10.2009 zum Az. B 3 KS 4/08 R. Der Aufschrei der Bohlenkritiker sollte sich allerdings in Grenzen halten, denn letztendlich spült dies viel Geld in die Künstlersozialkasse: 173.000,00 EUR muss der Fernsehsender RTL als Arbeitgeber von Bohlen und drei anderen Juroren der Show „Deutschland sucht den Superstar“ allein für die ersten beiden Staffeln nachzahlen, denn der Beitrag der Juroren sei ein entscheidender Teil des Showkonzepts. Deshalb seien sie als Künstler einzustufen, und für diese seien Abgaben zur Künstlersozialkasse zu zahlen.

Die Richter, die sich lange die Beiträge der Juroren angesehen und ein Buch mit Bohlens „Hammersprüchen“ begutachtet hatten, hielten diese nicht nur für Experten, sondern für einen wesentlichen Teil der Unterhaltung. „Ohne sie würde die Show nicht funktionieren“, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Hambüchen. „Comedy, Satire, Improvisation – das ist schöpferische Leistung, die die Juroren erbringen.“ Deshalb seien die Bewertungen Unterhaltungskunst. „Dass wir auch den normalen Geschmack übersteigende Kommentare haben, ändert an der rechtlichen Bewertung nichts.“

Bohlen und seine Kollegen hatten nach Angaben des Gerichts für die Arbeit bei RTL zwischen 2001 und 2005 etwa vier Millionen Euro erhalten. Die einzelnen Beträge hätten allerdings zwischen 60.000 und 1,2 Millionen Euro pro Person und Staffel geschwankt.

Eine abschliessende Bewertung der sonstigen Leistungen Bohlens nahmen die Richter übrigens nicht vor; es darf also munter weiter gestritten werden, ob es sich dabei um Kunst handelt oder nicht.