Gesundheitswesen: Apotheken werden voraussichtlich direkt belastet

Posted on 21. Oktober 2010

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© Matthias Balzer / pixelio.de

Das Gesundheitswesen ist teuer, und so suchen die dafür zuständigen Experten der Regierungskoalition nach weiteren Wegen, Millionen einzusparen, die ansonsten durch Arzneimittelkosten verursacht werden.

Zunächst war die direkte Beteiligung der Apotheker innerhalb der Koalition aus Schwarz und Gelb nicht geplant, doch nun  erwägen sowohl die Unionsfraktion als auch diejenige der FDP, die Apotheken mit rund 150 Millionen Euro im Jahr zu belasten.

Man könne doch, um auch dort einen Beitrag zum Sparprogramm in der Gesundheitspolitik abzufordern, einen Rabatt festschreiben, den die Apotheker den gesetzlichen Krankenkassen auf  jedes verschreibungspflichtige Medikament gewähren müssten, so Stimmen aus dem Regierungslager. In der Debatte sei eine Erhöhung von derzeit 1,75 EUR pro Packung auf zwei Euro. In zwei Jahren könne der Rabatt dann neu verhandelt werden.

Im Gegenzug werde man den die Apotheker mit Medikamenten versorgenden Großhandel nur mit 190 Millionen Euro im Jahr als Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen belasten, insgesamt kämen dann die schon im Gesetzesentwurf beschriebenen 340 Millionen Euro zustande; so habe man aber eine direkte Beteiligung der Apotheken erreicht. Der Fixzuschlag, den die Großhändler an die Apotheken zahlen müssen, solle auf 70 Cent festgeschrieben, derjenige auf den Packungspreis hingegen auf 3,4 Prozent begrenzt werden.

Das haben sie nun davon, die Apotheken-Verbände; diese hatten nämlich zunächst heftig kritisiert, dass sie die Hauptlast der Sparbemühungen schultern müssten, weil der Großhandel die entstehenden Kosten auf sie umlegen werde. Nun bekommen sie das Geld voraussichtlich direkt abgezogen.

Stellt sich nur die spannende, aber wohl im Ergebnis sehr schnell zu beantwortende Frage, wer am Ende die gesamte Zeche zahlen wird …

Photo: www.pixelio.de

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