Meine Meinung: Worin unterscheiden sich italienische Bauvergaben und Verhandlungen mit deutschen Krankenkassen?

Posted on 28. Oktober 2010

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© Gerd Altmann / pixelio.de

Eigentlich hinken Vergleiche – und trotzdem werden Sie gerne gezogen; und manchmal werden sie auch fernab jeder Realität erfunden, oder?

Es war einmal in Italien:

Die EU finanziert den Bau einer Brücke in Sizilien. Der Bürgermeister des betroffenen Ortes, nennen wir ihn Giovanni, schreibt das Projekt aus und der unmittelbar auf der anderen Seite des Flusses befindliche Bauunternehmer kann aufgrund der örtlichen Nähe am günstigsten anbieten. „Schön und gut,“ sagt da Giovanni, „den Auftrag bekommst Du aber nur, wenn mein Freund Enrico, als Brückenüberwachungsdienstleister, für jeden deiner Laster und aller anderen Fahrzeuge, die über die Brücke fahren, eine Euro pro Überfahrt erhält. Der Bauunternehmer ist empört, die EU auch. Giovanni gesteht daraufhin der EU-Kommission zerknirscht zu, das Verfahren zum Ende des übernächsten Jahres einzustellen.

Ja, ja, typisch Italien, kann bei uns nicht passieren, oder?

Es war einmal in Deutschland:

Eine große deutsche Krankenkasse drückt allen Leistungserbringern einen Vertrag auf, oh Entschuldigung, handelt natürlich einen Vertrag aus, dem die Betriebe beitreten können. Dies kann man jedoch praktisch nur, wenn man zugleich einen kostenpflichtigen Vertrag mit Enrico, äh `tschuldigung, mit einem Dienstleister für elektronische Kostenvoranschläge abschließt. Die EU-Kommission hält das offensichtlich für höchst problematisch, woraufhin die Krankenkasse sich verpflichtet, den Vertrag mit der IT- Plattform vorzeitig zum 31.12.2012 aufzulösen und europaweit auszuschreiben.

Das kann doch nicht wahr sein, nicht in Deutschland, nicht bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts! Oder?

Ach: Und nun raten Sie mal, welche Geschichte frei erfunden ist?

An dieser Stelle liebe Grüsse an Herrn Bernd Rosin-Lampertius, den Landesgeschäftsführer der Landesinnung für Orthopädieschuhtechnik Berlin. Auf das wir auch in Zukunft weiter gemeinsam den Finger in die offenen Wunden legen…

Photo: www.pixelio.de

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