Zahnärzte: Keine Behandlungstermine mehr in 2010

Posted on 3. November 2010

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© Heike / pixelio.de

Wenn man mit alten Hasen aus der Verwaltung spricht, dann erzählen diese immer von der Einkaufswut zum Ende des Jahres: die Budgets waren noch nicht verbraucht, da musste das Geld ausgegeben werden, damit im nächsten Jahr die Haushaltsansätze nicht gekürzt wurden. Letztendlich wurde also nicht das angeschafft, was man brauchte, sondern etwas, für das gerade die Mittel bereitstanden und von denen man hoffte, sie irgendwann einmal benötigen zu können…

Dieses Prinzip – das schon im Positiven nicht sehr sinnvoll ist – wird jetzt im Gesundheitswesen auch noch ins Negative verkehrt: da in einigen Teilen der Bundesrepublik die Zahnarztbudgets erschöpft sind, bekommen viele gesetzlich versicherte Patienten nach Angaben der Kassenzahnärzte keinen Behandlungstermin mehr in diesem Jahr.

Betroffen sind in Millionen Versicherte unter anderem der AOK Berlin und Brandenburg sowie der Bundesknappschaft in Bayern. Auch der größte Teil der mehr als fünf Millionen Versicherten der Innungskrankenkassen (IKK) muss damit rechnen, erst im kommenden Jahr wieder einen Zahnarzttermin zu bekommen, es sei denn, sie haben akute Beschwerden. So jedenfalls hat es die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), die Interessenvertretung der Kassen-Zahnärzte, mitgeteilt.

Der Vorsitzende der KZBV, Jürgen Fedderwitz: „In fast allen Bundesländern müssen gesetzlich Versicherte bei bestimmten Kassen bis Jahresende mit Einschränkungen rechnen.“ Die Budgets bei den betroffenen Zahnärzten seien aufgebraucht. Viele Mediziner arbeiteten bereits auf eigene Kosten. Niedersachsen soll allerdings nicht betroffen sein.

Die AOK sieht es gelassen; schon immer seien Termine für planbare Behandlungen mittelfristig vergeben worden. Die Politik sieht es weniger entspannt: auf der einen Seite macht man den Zahnärzten Vorwürfe, auf der anderen Seite fordert man strukturelle Veränderungen im System. Die Zahnärzte selbst machen ergänzend deutlich, welche Kassen betroffen sind und welche nicht – und mischen dadurch kräftig mit in der Neuverteilung der Patientenanteile bei den gesetzlichen Krankenkassen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Probleme in der Finanzierung der zahnärztlichen Behandlung durch die Verschiebung der Termine in das neue Jahr für 2011 verschärfen – oder aber die Menschen zukünftig weniger Zahnschmerzen haben…

Photo: www.pixelio.de