Bürokratie: Die Kosten sind erheblich

Posted on 17. November 2010

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© Gerd Altmann / pixelio.de

Trotz des schlechten Rufes ist eine ordentlich funktionierende Bürokratie zunächst einmal nichts Schlechtes. Das kann jeder bestätigen, der schon einmal mit Ämtern in Mittelamerika, oder sogar im südlichen Europa zu tun hatte. Nicht ohne Grund sah Lenin in diesem Bereich die Bürokratie der deutschen Post als Vorbild für den aufzubauenden Sozialismus an.

Problematisch wird dies erst, wenn der „Amtsschimmel zu wiehern“ beginnt und Bürokratie um ihrer selbst willen betrieben wird, oder aber von den Beteiligten nicht mehr beherrscht werden kann.

Dass wir uns diesem Zustand rapide nähern, ja vermutlich sogar erreicht haben, ist offensichtlich. So werden die Verträge immer dicker und damit logischerweise auch unübersichtlicher; und auch immer stärker mit finanziellen Sanktionen – natürlich nur für die Leistungserbringer – versehen. Aktuelles Beispiel ist dabei schon allein der OT1-Vertrag von Barmer GEK und TK. Doch besteht die Welt nicht nur aus diesem, sondern es sind noch Verträge mit der AOK, der DAK, der GWQ, der IKK, den BG’s etc. pp. zu beachten. Und das bei teilweise deutlich unterschiedlichen Regelungen. Wer soll das noch beherrschen? Zumindest nicht das Gros der Krankenkassenmitarbeiter, die vielfach schon damit überfordert sind, die eigenen Verträge richtig anzuwenden.

Dabei scheint aber in den Hintergrund der Diskussion zu treten, dass bürokratischer Aufwand auch ein Kostenblock darstellt, ein erheblicher sogar. Die Mitarbeiter, die den Kunden beispielsweise die Patientenerklärung und Aufzahlungsregelung erklären, stehen während dieser letztlich unproduktiven Zeit nicht für die Beratung und Versorgung anderer Kunden zur Verfügung. Ein Kollege von der Orthopä- die-Technik hatte im Rahmen des Protestes gegen die erste Fassung des OT1-Vertrages offenbar den zusätzlichen Zeitaufwand erfasst und bezifferte diesen öffentlich auf 20-30 Minuten. Da fundierte Gegenbeispiele nicht bekannt sind, kann von einer realistischen Annahme ausgegangen werden.

Kurz zusammengefasst: 20-30 Minuten Mehraufwand bei gleichen Preisen!

Bernd Rosin-Lampertius
Geschäftsführer GO GmbH

Photo: www.pixelio.de

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