Präqualifizierungsstellen – eine Polemik

Posted on 20. Januar 2011

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© Rolf van Melis / pixelio.de

Die Ungereimtheiten in der Präqualifizierung schlagen durchaus Wellen; auch Herr Rosin-Lampertius, Geschäftsführer der Gesundheitsahndwerk Orthopädieschuhtechnik (GO) GmbH, beschäftigt sich in seinem heutigen Rundschreiben mit diesem Thema:

Präqualifizierungsstellen

Bisher bestanden Befürchtungen, dass die Kosten des Präqualifizierungsverfahrens die Betriebe erheblich belasten könnten. Nachdem nun die ersten Präqualifizierungsstellen (PQ-Stellen) offiziell ernannt wurden, muss man sich schon über manche Gebühren wundern, allerdings in die andere Richtung. So muss man sich über das Zustandekommen mancher Gebühren wundern, die Zweifel an der Seriösität mancher PQ-Stellen aufkommen lassen.

So tritt der VdEK, also der Verband der Ersatzkassen, als PQ-Stelle auf und wirbt mit Gebühren von 150,- € zuzüglich möglicher Begehungskosten. Dies sind Kosten mit denen eine PQ-Stelle, die wirtschaftlich kalkulieren muss, nicht mithalten kann. Daher kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass dies aus Beitragsgeldern der Versicherten quersubventioniert wird. Zumal es sich beim VdEK um ein reines Papierverfahren handelt. Guckt man sich dann die regionalen Ansprechpartner an, wird offensichtlich, dass es sich um Personen handelt, die schon früher für die Zulassungen zuständig waren. Anders gesprochen, machen diese Mitarbeiter das, was sie schon immer gemacht haben, bekommen dafür nun aber Geld von den Leistungserbringern.

Die ganze Absurdität wird klar, wenn man sich vor Augen führt, welche Knüppel man den leistungserbringernahen PQ-Stellen unter dem Vorwand der Neutralität zwischen die Beine geworfen hat. Ist nun der VdEK neutral?

Bei aller Freude über das wirklich kostengünstige Angebot, sollte sich jeder Leistungserbringer fragen, ob er seine sensiblen Daten wirklich einer PQ-Stelle anvertrauen möchte, deren Motive nicht unbedingt redlich sind.

Und trotzdem, Tröstliches Hat Herr Rosin-Lampertius für uns auch:

Ein Lob dem deutschen Gesundheitswesen

Das Jahr hat gerade erst begonnen, das Tagesgeschäft dominiert noch nicht und daher kann man diese Zeit auch nutzen, das deutsche Gesundheitswesen einmal grundsätzlich zu betrachten; sozusagen philosophisch.

Jahrelang war es Mode, das deutsche Gesundheitswesen kaputt zu reden: zu teuer, zu ineffektiv etc. pp. Tatsächlich dürfte es sich aber um eines der besten der Welt handeln. Beispiele gefällig?

Arm oder reich zu sein entscheidet nicht grundsätzlich über den Erhalt einer angemessenen Behandlung. Zumindest dem Grunde nach, wenn auch nicht im Detail. Der soziale Status entscheidet nicht zwingend über Krankheit oder Gesundheit.

Desweiteren können Sie davon ausgehen, dass der Arzt, Zahnarzt, Physiotherapeut oder der Orthopädieschuhmacher, dem Sie sich ausliefern, grundsätzlich sein Handwerk versteht.

Trotz vielfacher Meldungen über Pfusch in Operationssälen handelt es sich doch lediglich um spektakuläre Einzelfälle. Insgesamt sind ihre Chancen außerordentlich hoch, einen Krankenhausbesuch nicht nur zu überleben, sondern auch mit der Beseitigung ihres Leidens abzuschließen.

Auch der Besuch einer Apotheke stellt kein Risiko dar. Vielmehr kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass in dem Medikament, das man erhält, auch der Wirkstoff enthalten ist, der auf der Verpackung draufsteht.

Insgesamt sind dies Umstände, von denen 95% der Weltbevölkerung träumen. Bei aller Kritik im einzelnen, sollte man dies nicht vergessen. Insofern kann man aber auch stolz sein, ein kleiner Teil eines im globalen Vergleich gut funktionierenden Systems zum Wohle der Menschen zu sein.

Photo: www.pixelio.de