DAK: Drohende Insolvenz?

Posted on 5. April 2011

1


© Karin Jähne / pixelio.de

Mit den finanziellen Problemen der drittgrössten Krankenkasse Deutschlands setzt sich Bernd Rosin-Lampertius, Geschäftsführer der GO GmbH, auseinander:

DAK: Drohende Insolvenz?

Spiegel-online“ berichtet über die angeblich drohende Pleite Deutschlands drittgrößter Krankenkasse. Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ soll die DAK nur noch über Rücklagen von 33 Millionen verfügen, obwohl sie gut zehn Mal so viel benötigen würde. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben müssten die Reserven bei gut 350 Millionen Euro liegen. Daher soll nun die Aufsichtsbehörde auf Personalabbau und notfalls höhere Zusatzbeiträge drängen.

Das würde auch das im Augenblick zu beobachtende rigide, teils sogar unseriöse Zahlungs- und Kürzungsverhalten der DAK erklären.

Dabei wird die DAK von den stark sinkenden Mitgliederzahlen und der Weigerung vieler Mitglieder, den Zusatzbeitrag zu zahlen, in die Zange genommen. Aktuell zahlen DAK-Mitglieder einen Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich, worauf als Antwort darauf im Jahr 2010 bereits 300.000 Mitglieder die Kasse gewechselt haben sollen und in den ersten beiden Monaten 2011 sollen noch einmal 35.000 weitere Mitglieder gefolgt sein. Derzeit zählt die DAK noch rund 4,5 Millionen Mitglieder und mehr als sechs Millionen Versicherte.

Nach dem Bericht soll die Aufsicht der DAK aufgetragen haben, „Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzsituation zu ergreifen“. Dabei könne es sich um eine Erhöhung des Zusatzbeitrags, eine Kürzung von Leistungen oder Einsparungen in der Verwaltung handeln.

Der guten Ordnung halber sei aber darauf hingewiesen, dass die DAK den Bericht dementiert hat. Danach habe man allein 2010 bereits rund 600 Vollzeitstellen abgebaut und auch eine Erhöhung des Zusatzbeitrags sei derzeit kein Thema. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte ein DAK-Sprecher dem Bericht zu Folge.

Für die Betriebe empfiehlt es sich daher, lieber einen Kostenvoranschlag zu viel als zu wenig zu schreiben, da insolvenzbedrohte Kassen erfahrungsgemäß dazu neigen, intensiv nach Gründen zu suchen, nicht oder erst später zu zahlen.

Bernd Rosin-Lampertius
Geschäftsführer GO GmbH

Photo: www.pixelio.de