Wir sind hier doch nicht auf dem Ponyhof!

Posted on 31. Oktober 2011

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© Sokaeiko / pixelio.de

Es geht um Kindesunterhalt! Papa mauert bei seinen sonstigen Einnahmen, Mama weiss natürlich aus der Ehe, was da so Alles nebenher gelaufen ist. Die Unterlagen von der Gegenseite kommen tröpfchenweise, und den Schriftsätzen der Kollegin drüben ist die Verzweiflung anzumerken, egal, was sie versucht, die Auskünfte sind irgendwo zwischen spärlich und unvollständig.

Aber ich bekomme auch nicht so richtig die Freigabe meiner Partei, diese Zangengeburt zu einem Ende zu bringen – immerhin, wir sind inzwischen in der Bezifferung, und plötzlich tröpfelt es wieder, was die Informationen und die Unterlagen betrifft.

Letzten Mittwoch hatte ich dann bei einer Replik auf eine löcherige Auskunftserteilung die Wahl: platzt mir der berühmte Kragen, oder nehme ich es von der lustigen Seite? Ich habe mich (durchaus gegen mein übliches berufliches Naturell) für Letzteres entschieden: also wieder auf die fehlenden Unterlagen verwiesen – und den Schriftsatz geschlossen mit:

„Wir sind doch hier nicht auf dem Ponyhof!“

Nun, eine Reaktion vom Gericht habe ich noch nicht bekommen, aber die Kollegin rief gerade an: sie nimmt es sportlich und hat herzlich darüber „gewiehert“ – wie wir am Telefon eben übrigens auch. Na, vielleicht ist das Juristenleben manchmal doch ein bisschen wie ein Ponyhof.

Wir haben uns nun darauf geeinigt, das Gericht diesen Prozeßstall jetzt ausmisten zu lassen…

Photo: www.pixelio.de