Wir wir auf Umwegen doch noch zu einem DS4 kamen…

Posted on 2. November 2011

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© Stefan Scherer

Es ist ja kein Geheimnis, dass mir der Citroen DS4 von Anfang an gefallen hat (Citroen DS4 ist das schönste Auto des Jahres 2010 « Rechtsanwaltssozietät Scherer & Körbes). Und so habe ich ja im Frühjahr 2011 schon mit einem solchen Auto sympathisiert – so sehr, dass ein Kollege hier ja schon anfragen musste, ob ich vielleicht von Citroen gesponsert würde.

Nein, wurde ich nicht, werde ich auch nicht – und so ganz unkritisch werden die nächsten Zeilen dann auch nicht, denn wir haben jetzt schon eine hübsche Leidensgeschichte bis zum neuen Auto durchgemacht – zu dem Auto, welches Sie oben auf dem Photo sehen können.

Geplant war ein neues Fahrzeug für den August des hiesigen Jahres, und da wir schon von längeren Lieferzeiten ausgingen, wandten wir uns im Februar an die Niederlassung in Hannover. Dort stand auch ein DS4 – aber eben auch ein schwarzer C5 Kombi. Und da ging die Debatte mit der besten Ehefrau der Welt (der meinen!) los: ist der DS4 nicht zu klein? Brauchen wir nicht doch ein grösseres Auto? Wie kommen wir in den Urlaub? Usw. usw.

Nun, am Ende entschied dann trotzdem nicht meine Frau, sondern Citroen: von dort nannte man uns nämlich Lieferzeiten für DS4, die so lange waren, dass wir den neuen Wagen in keinem Fall im August bekommen hätten – allerdings sei in jedem Fall rechtzeitig ein schwarzer C5 Kombi in gewünschter Ausstattung zu bekommen. Ja, und so bestellten wir also einen Familienkombi…

Und dann kam der 11.03.2011 und mit ihm die Natur- und Atomkatastrophe in Fukushima. Nun ist es fast schon verwerflich, die Verzögerung bei der Lieferung eines Autos zu beklagen angesichts des Leids, welches über Japan und seine Menschen, seine Tiere und seine Natur hereingebrochen ist – aber es ist nun einmal so, von diesem Zeitpunkt an stockte wohl die Lieferung von bestimmten elektronischen Bauteilen an Citroen – und bestimmte Motormodelle konnten nicht mehr gebaut werden. Unserer war auch dabei, und so setzte man die Lieferzeit für das Fahrzeug auf 1 Jahr hoch.

Man hätte wohl auch schreiben können, man wisse überhaupt nicht, wann man mal liefern könnte, so jedenfalls interpretierte die Niederlassung diese Nachricht und wiegelte ab: man habe genug Zeit, das würde schon noch ausgehen.

Doch es ging sich nicht aus, als wir dann unseren alten Wagen zurückgeben sollten, war weit und breit von einem neuen C5 Kombi nichts zu sehen. Die Niederlassung reagierte äusserst kulant, wir nutzten eben erst einmal weiter das alte Fahrzeug, nur eine befriedigende Lösung war das für beide Seiten nicht.

Als dann weitere knapp 2 Monate ins Land gegangen waren, haben wir uns dann mal zusammen gesetzt: tatsächlich war bundesweit praktisch kein C5 Kombi aufzutreiben, mit der gewünschten Maschine schon einmal gar nicht, und von einer Kombination mit einer akzeptablen Farbe und Ausstattung noch weniger.

Und da hatte ich doch endlich ein Argument, doch einmal nach einem DS4 zu fragen – tatsächlich, davon waren ein paar im Händlernetz vorhanden, und einer war sogar so konfiguriert, wie wir es uns eigentlich vorstellten: weiss und mit dem richtigen Motor.

Unser äusserst bemühter Verkäufer versuchte, diesen Wagen zu bekommen, und gleichzeitig verabredeten wir uns zu einer Probefahrt, denn vor Ort stand eine DS4 mit der 165PS-Diesel-Maschine – allerdings und er falschen Farbe. Egal, dachte ich, was interessiert mich die Farbe bei einer Probefahrt.

Als ich mich dann nachmittags nach Hannover aufmachte, klingelte das iPhone: der andere Händler wollte den weissen DS4 nicht freigeben, ein anderer war auf die Schnelle nicht zu finden: Mist! Erst wollte ich schon wieder umdrehen, aber dann bin ich doch weiter gefahren: und habe es nicht bereut. Vor Ort stand in strahlendem Sonnenschein ein brauner (man nennt das natürlich anders: „Hickory-metallic“) DS4, der mir vom ersten Augenblick ausnehmend gut gefiel, obwohl ich die Farbe überhaupt nicht auf der Liste hatte. Die Ausstattung war erfekt, insbesondere die zur Aussenfarbe passenden Spezialsitze, und das Fahren war ausgesprochen fein.

Und so wurden wir uns – auch mit der  ausdrücklichen Billigung meiner Frau und meines Sohnes – schnell einig: den nehmen wir.

Auch nach inzwischen rund 1.000km bereue ich die Entscheidung nicht – das ist ein ausgesprochen feines Auto, und für unsere beiden Zwerge (den mit den hellen Ohren und den mit den schwarzbehaarten Ohren) reicht die ziemlich enge Hinterbank vollständig aus. Man muss eben Kompromisse eingehen können… insbesondere dann, wenn man nicht selbst davon betroffen ist.

Allerdings sollte man sich wohl bei Citroen lieber nicht auf die Verlässlichkeit von Lieferzeiten einstellen – da setzt sich schon das amerikanische Verkaufsmodell durch: Kauf nur, was vor Dir im Laden steht.

Photo: Stefan Scherer