Verwaltungskosten der Krankenkassen: Fast jeder vierte Euro wird für Verwaltung ausgegeben

Posted on 9. Januar 2012

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© berlin-pics / pixelio.de

Die ersten Tage eines neuen Jahres sind auch die Zeit, in denen man beginnen muss, die getroffenen guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Den Krankenkassen in Deutschland kann man da nur wünschen, dass sie das Jahr 2012 dazu nutzen werden, die bei ihnen auflaufenden Verwaltungskosten drastisch zu verringern, denn es kann eigentlich nicht angehen, dass inzwischen etwa 25% der Gelder, die die Versicherten aufbringen, nicht der medizinischen Versorgung dienen, sondern dem Betrieb der Verwaltung. Und den Leistungserbringern, die nach den nun veröffentlichten Zahlen sich an 18 Milliarden EUR versteckten Verwaltungskosten massgeblich beteiligen, ist zu raten, sich dringend in den anstehenden Vertragsgesprächen dafür einzusetzen, diese Belastungen massiv zu verringern.

Herr Rosin-Lampertius, der Geschäftsführer der GO GmbH, schreibt:

„Wie der „Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe berichtet, haben die Verwaltungskosten bei den Krankenkassen inzwischen gigantische Ausmaße angenommen. Dabei zitiert der „Spiegel“ aus einer Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney: so betragen die Gesamtkosten, die für Verwaltung aufgewandt werden, rund 23 Prozent der Gesamtausgaben. Im Gegensatz zur üblichen Herangehensweise, bei der in aller Regel nur die internen Verwaltungskosten der Krankenkassen erfasst werden, wurden diesmal auch die Verwaltungskosten hinzugerechnet, die die Kassen den Leistungserbringern aufdrücken. Neben den offiziellen Verwaltungskosten von 9,5 Milliarden Euro kommen dadurch noch nirgendwo erfasste Kosten in Höhe von weiteren 18 Milliarden Euro hinzu.

So müssten beispielsweise Krankenhausärzte 37 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben verbringen und auch die komplizierten Abrechnungsverfahren in anderen Bereichen seien wahre Kostentreiber.

Daher verwundert es auch nicht, wenn hier die genannte Unternehmensberatung gewaltige Einsparpotentiale sieht. Durch schlankere Strukturen, so die Studie, könne der Beitragssatz von derzeit 15,5 auf 14,2 Prozent gesenkt werden, was einem Einsparvolumen von rund 13 Milliarden Euro entsprechen würde.

Für die Studie wurden rund 6000 Ärzte, Apotheker und Sanitätshäuser befragt.

Machen Sie sich aber keine Hoffnung auf einen ernstzunehmenden Bürokratieabbau, denn im Kassenapparat sitzen Menschen, die kein Interesse daran haben, dass ihr Job wegfällt.“

Photo: www.pixelio.de

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