Hannover 96: Den Radkappen die Rücklichter gezeigt!

Posted on 12. April 2012

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In den ersten 30 Minuten wollten gestern die Roten nicht so richtig am Spielbetrieb teilnehmen, aber dann wachten sie auf, erzielten 2 sehr schöne Tore und dominierten die Werkself aus der Stadt mit den vielen kleinen, niedlichen Blechbüchsen auf den Strassen und den Problemen beim ICE-Betrieb durchaus nach Belieben.

Das zweite Tor der Hannoveraner braucht man sicher nicht zu diskutieren, so muss man es spielen gegen eine hochstehende Abwehr. Aber auch beim ersten Tor dürfen sich die „Up!s“ nicht beschweren: den Zweikampf gewinnt Mame Diouf eindeutig, und den letzten Impuls für den Ballgewinn setzt nicht der Oberarm vom Mame, sondern der – viel zu hohe – Fuss des Wolfsburger Verteidigers: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Und so blieben die 3 Punkte gestern Abend in der „alten Messestadt“ und der teuer erkaufte VW-Spot direkt nach dem Spiel im Programm von Sky wirkte reichlich angeberisch und aufgesetzt.

Beeindruckend war gestern, dass Hannover 96 trotz 15 zusätzlichen Spielen in den Beinen gegenüber den froschgrünen Möchtegernwölfen konditionell überlegen und geistig frischer auftrat – da muss Quälix, der Unsympath aus der Autostadt den Kletterberg noch ein bisschen aufschütten und mit seinem Bentley ein paar schwerere Medizinbälle herankamen, damit seine müde Truppe ein paar Muckis mehr bekommt und demnächst seinen grossen Sprüchen Taten folgen – und vielleicht fallen die Schwächlinge dann auch nicht mehr so leicht um, wenn Mame Diouf mit ihnen in den Zweikampf gegen oder Emanuel „Mad Dog“ Pogatetz sie anpustet..

Für die Roten heisst es nun allerdings: Mund abwischen, Wunden lecken und behandeln und auf an die Elbe zum tatsächlichen Nordderby gegen den kleinen HHSV. Die stehen seit gestern mal so richtig mit dem Rücken zur Wand, denn nach der Klatsche bei SAP Hoppenheim sind es für die Rothosen noch 2 Punkte bis zur Relegation und 4 Punkte bis zum direkten Abstieg. Da dürfte es derzeit mächtig rauschen im Blätterwald an der Rothenbaumchaussee.

Aber ein Selbstläufer wird es trotzdem nicht am Samstag, zumal der Einsatz unseres neuen Torgaranten Mame Diouf gefährdet ist: mit 90% holt man keine drei Punkte in Hamburg, und mindestens ein Punkt sollte es schon werden, soll die Vierschanzentournee im nächsten Jahr auch wieder Station in Hannover machen.

Auf der anderen Seite macht der gestrige Spieltag natürlich schon Mut: noch vier Spiele, die man allesamt gewinnen kann, liegen vor den Roten, während die direkten Konkurrenten um die Europa-League-Plätze zum einen sich noch gegenseitig Punkte wegnehmen, zum anderen richtig schwere Spiele gegen die CL-Aspiranten vor sich haben.

Hannover 96 hat es also selbst in der Hand, ob es nächsten Jahr auch wieder gegen Kopenhagen, Mailand, Manchester oder Madrid geht. Also dann los:

„Auf Ihr Roten, Kämpfen und Siegen!“

Photo: Hannover 96