Euro 2012: Der coole Liveticker von 11Freunde!

Posted on 25. Juni 2012

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© Rike / pixelio.de

Mannomann, es gibt Sachen, die sind besser als Euro-Gucken… und dazu gehört ganz sicher, die Spiele im Liveticker bei 11Freunde zu verfolgen:

Klick

Aber keine Sorge, die dortigen Kommentare werden archiviert – sind nach dem jeweiligen Spiel noch genauso lesenswert: ich habe jetzt noch Tränen in den Augen vor Lachen…

Auszug gefällig?

Endlich: Euro ohne Griechenland!

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist überglücklich: Sie hat einen zielführenden Sieg der deutschen Mannschaft gesehen. Das Ausscheiden der Griechen war alternativlos. Trotzdem total verschuldet: der Ticker!

(…)

36.
Deutschland hier mit mehr Chancen als ein Losbudenbesitzer, der seine eigenen Lose aufreißt. Aber wer stopft sich heute Abend den dicken Teddy in den Kofferraum, der dann jahrelang trostlos auf dem Gästebett seiner Verklappung entgegendämmert? Ähnlichkeiten mit dieser EM sind rein zufällig.

37.
Mal ehrlich, wenn wir hier alle deutschen Chancen aufschreiben, bluten uns zur Halbzeit die Fingerkuppen. Wir notieren, wer noch keine Torchance hatte: Neuer, Boateng, Badstuber, Schweinsteiger. Ende. Fehlt da nicht einer? Der kleine Capitinho? Herr Gieselmann, bitte übernehmen!

38.
Was ist los in Danzig? Die Kanzlerin springt auf wie ein vom Jaghund aufgebrachtes Rebhuhn. Tatsächlich: Ein Schuss! Die Saison ist eröffnet, Angela! ANGELAAAAAA! HALALI! LAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHM! TOOOOOOOOOOOOOOOOOR! Fernschuss! Und wenn das für uns schon so fern war, was war es dann für Lahm, den kleinsten Mann der Welt? Ein Interstellarschuss? 25 Meter Minimum, liebe Fans. Und, das bleibt aber unter uns, das Ding war durchaus haltbar. Dennoch: Ein Costa-Rica-Moment. Lahm macht die Wichtigen. Platzt jetzt der gordische Knoten? Wir sagen: Soll er doch!

44.
Nachdenkliches in der 44. Minute: Heben die Griechen in der Halbzeit ihre Ersparnisse ab?
21:38 Uhr
Gretchenfrage: Sind die Griechen so schlecht oder wir so gut? Und was sagt das heute-journal dazu? Wieso kommt jetzt überhaupt ein heute-journal? Damit die Jungs und Mädchen auf der Fanmeile auch mal Nachrichten sehen? Na dann!

21:44 Uhr
Wie ich die ZDF-Berichte von Public Viewings in der Provinz liebe! »Ich hoffe, mein Herz schlägt für beide«, sagt eine Frau, was nur bei vollkommener Ahnungslosigkeit möglich ist. Wie sagte Gottfried Benn: »Dumm sein und Fußball gucken, das ist das Glück.«
21:49 Uhr
Wir verlassen Usedom, und es beschleicht mich das Gefühl, es könnte das letzte Mal sein. Denn wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass jeder zweite dieser ZDF-Liegestühle leer ist. Quo vadis, Deutschland? Schwarz-Rot-Bier?

46.
Weiter gehts. Mit Gekas. Ich hatte schon mal mehr Angst

50.
Fürs Protokoll: Badstuber hatte jetzt auch eine Chance, bekommt bei seinem Kopfballversuch aber einen aufrecht stehenden Griechen in den Unterleib, wahrscheinlich Gekas.

52.
Die Griechen muten an wie Väter, die zum Abschluss des Sommer-Zeltlagers mit ihren Söhnen kicken. Bärte, Halbglatzen, Bauchansätze. Ganz so wie hier im Tickerstudio. Sind wir nicht alle Griechen? Denk mal drüber nach, Europa!

54.
Klose würde niemals meckern, dass sein Steuergeld nach Griechenland fließt. So wie er auch niemals selbst schießen würde, wenn er allein vorm Tor steht. Er legt ab. Natürlich. Auf einen Griechen. Bezeichnend.

55.
Was mich von Miroslav Klose unter anderem unterscheidet: Dass niemand Sätze über mich sagt wie »Er ist bekanntermaßen sehr, sehr selbstlos«.

57.
Tor. Für die Griechen. Warum die hier kontern beim Stand von 0:1 muss irgendeine neue, verrückte Entwicklung im Weltfußball sein, die ich verpasst habe. Sei es so: Steilpässe zerpflücken die deutsche Abwehr, in der Mitte wird Boateng von Samaras abgeschüttelt wie ein lästiges Insekt. Natürlich grätscht der Mann ihn rein, so wie er wahrscheinlich auch abends vorm Zubettgehen das Licht ausgrätscht. Neuer kann nichts machen. Wir auch nicht. Außer zu vermelden: 1:1. Der Rest ist Rethy. Also Leiden.

59.
So. Und jetzt haben wir den griechischen Salat. Sie stellen sich hinten rein. Bis zur 90. Minute. Bis zur 120. Minute. Auch im Elfmeterschießen. Stehen einfach auf der Linie mit elf Mann. Am meisten Angst habe ich vor Rethys Satz: »Es bleibt beim 1:1, auch in dieser Höhe verdient.«

60.
Wie ich es liebe, wenn ich mich irre: TOOOOOOOOOOOOOOOOOR! Flanke Boateng, und dann, und dann, und dann: KHEDIRA! Es ist SEIN EM-Moment, auf den er so lange hingeackert hat, schon als er Poldi im Mannschaftsbus über den Abstieg hinwegtröstete, als er Mesut nach peinlichen Interviews in den Arm nahm, Sami, der große Bruder, jetzt boxt er sie raus, und alle, alle sehen es, ein Moment wie in amerikanischen Filmen, in denen die Jungs in Knickerbockern rumlaufen, Yankees-Kappen tragen, Hackfleisch am Stock grillen und einfach nur herzensgut sind: SAMI! Welch ein Schuss, volley aus zehn Metern in die Maschen, mit Wut, mit guter Wut, denn etwas Schlechtes kennt der Junge nicht. Ich gönne ihm jeden Busen dieser Welt. Ja, wirklich.

61.
Und Niersbach traut sich wieder nicht, mit Merkel Lambada zu tanzen.

67.
Geht doch! Geht doch! Geht doch! Und noch so ein Moment, und bald werden all die Momente zur Stunde, dann zum Tag, zu einem großen. Klose! Egal, dass der Torwart hier herumfliegt wie eine Taube, die schon seit Stunden gegen die Fensterscheibe kracht, egal, dass Klose einfach nur die Rübe hinhalten muss, egal, egal, alles egal, 3:1 – auch egal. Ach, nee: stopp, das nicht. Vielmehr: Hurra! Und Klose springt und hüpft wie ein siebzehnjähriges Reh! Oder muss es Pfirsich heißen? Egal. Hurra!

72.Jetzt also Liberopoulos (85). Und was sehen seine alten Augen? Das Tor eines Jüngelchen, das noch nicht geboren war, als er seinen Rentenvertrag unterschrieb: Reus heißt er, Marco! Ein Tor, das man als Aufzeichnung ins All schießen müsste, damit die Aliens verstehen, was Schönheit ist. 4:1. Ich bin besoffen.

(…)

Also, hin zu 11Freunde und nachlesen!

Photo: www.pixelio.de

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