Orthopädieschuhtechnik: „Nordost-Innungen“ kündigen den Vertrag zur PG 31 mit der Barmer

Posted on 6. Dezember 2012

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© S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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Soeben berichtet die GO GmbH in ihrem neuesten Rundschreiben, dass jetzt die „Nordost“-Innungen der Orthopädieschuhtechnik und die überwiegende Anzahl der dort organisierten Betriebe den Vertrag zur PG 31 mit der Barmer gekündigt haben. Nach meiner Einschätzung werden eine Reihe von Betrieben diesem Beispiel folgen. Doch lesen Sie selbst:

Barmer Vertrag PG 31

Kündigung der „Nordost-Innungen“

Der Vertrag des Zentralverbands mit der Barmer und TK über die Produktgruppe 31 wird schon lange kritisch diskutiert. Schließlich gilt er seit dem Jahr 2008 und basiert auf Annahmen aus dem Jahr 2007. Auch wurde er noch unter Rahmenbedingungen abgeschlossen, die den Gesetzgeber inzwischen veranlasst haben, diese deutlich leistungserbringerfreundlicher zu gestalten. Des Weiteren ist in dieser Zeit der Verbraucherpreisindex um etwa sechs Punkte gestiegen. Alles längst bekannte Tatsachen.

Hinzu kommt noch eine andere Erfahrung. Werden politische Entscheidungsträger darauf angesprochen, verweisen diese auf die angesprochenen leistungserbringerfreundlichen Reformen, verbunden mit der Erwartung, die dort eröffneten Möglichkeiten zu nutzen, anstatt sich dauernd zu beklagen.

Daraufhin haben die Mitgliederversammlungen der Innungen Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Nord mit überwältigenden Mehrheiten beschlossen, ihr Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen und den Vertrag mit der Barmer fristgemäß zu kündigen, was auch bereits vollzogen wurde. Ausschlaggebend für dieses klare Votum war im Wesentlichen die Erkenntnis, dass die Betriebe bei einem nicht unerheblichen Anteil der Versorgungen Geld von zuhause mitbringen. Außerdem kann es auch nicht sein, dass die Betriebe praktisch die Barmer GEK subventionieren, während die Kassen über Milliardenüberschüsse verfügen.

Möglicherweise fragt sich jetzt der kundige Beobachter, ob der Vertrag nicht auch für die TK gilt. Ja, dem ist grundsätzlich so, aber wie steht schon in der Bibel: „An den Früchten sollt ihr sie erkennen.“

Während man sich nämlich bei der TK als Vertragspartner ernst genommen fühlt und signalisiert bekommt, dass die Not der Betriebe wahrgenommen wird, wird man den Eindruck nicht los, dass man dagegen in Wuppertal auf einem ziemlich hohen Ross sitzt und dies eben nicht tut.

Insofern waren die Betriebe in den genannten Innungen der Meinung, dass die Zeit nun reif ist, ein Zeichen zu setzen und die Barmer GEK an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Und nur am Rande: Aus der Erkenntnis und Erfahrung heraus, dass nur Einigkeit in Verbindung mit zukunftsfähigen Strukturen stark macht, haben die Mitglieder ihre Vorstände auch beauftragt, die Gründung einer gemeinsamen Innung „Nordost“ voranzutreiben.

Bernd Rosin-Lampertius

Eine interessante Information also noch zum Schluss: der Norden plant, sich stärker selbst zu engagieren und sich grösser zu organisieren… diese Entwicklung wird zu beobachten und positiv zu begleiten sein.

Photo: www.pixelio.de