Von der Leichtigkeit des Seins oder: Jeder sollte einen Otto haben!

Posted on 22. Mai 2011

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© Husqvarna

Sonntag nachmittag: meine Familie war heute morgen beim Fussballturnier U7 (die Mannschaft meines Sohnes hat alle Spiele glatt verloren und kein einiges Tor geschossen) und ruht sich jetzt aus, ich musste erst eine Keynote-Präsentation vorbereiten, dann war Gottesdienst, und dann durfte ich bei unserer heutigen Gemeindeversammlung den neugebildeten Gemeindeverband vorstellen – dafür auch die Keynote.

Aber jetzt ist Wochenende (die noch wartenden Akten in der Kanzlei ignoriere ich geflissentlich), und so liege ich bei dem noch herrschenden Sonnenschein (es drückt und es wird später bei einem Gewitter noch so stark schütten, dass es uns durch die neu eingebaute, aber noch nicht versiegelte Eingangstür literweise Wasser auf das Wohnzimmerparkett drückt, aber das weiss ich ja jetzt noch nicht) gemütlich im Strandkorb auf der Terrasse am Teich…

Plötzlich sirrt es leise auf dem Rasen – Otto kommt! Otto, wer ist Otto! Who to f… ist Otto?

Kennt jemand die Bücher der Erdmännchen aus dem hannoverschen Zoo? Gustav, Pauline und Rocky, die mit ihren Zoofreunden schon einmal gegen Hannover 96 gespielt und dabei gegen Robert Enke sogar ein Tor erzielt haben (durch Freddy, das Faultier!)? Die jedenfalls haben einen Freund: Otto, die Riesenschildkröte!

Und wir haben jemanden in unserem Garten, der etwa so gross ist, etwa so aussieht und sich etwa so schnell bewegt: Otto eben, unseren Mähroboter…

Eigentlich ist es ein Husqvarna Automower, doch bei uns ist es eben: Otto, der Rasenmäher! Heimlich, still, leise und weitgehend wartungsfrei mäht er unsere knapp 700qm grossen Rasen, und seit er seinen Dienst bei uns macht, haben wir immer einen feinen Schnitt, das Moos ist weg und das Unkraut wird auch kurz gehalten.

Aber eigentlich war es das nicht, was mich heute so an Otto und an seinem Besuch am Teich erfreut hat – es war etwas Anderes: früher musste ich alle 14 Tage den Rasen mähen, drei Stunden hat es jedes Mal gedauert und danach mussten um die 6 Säcke Grasschnitt aufgesammelt und entsorgt werden – Schweinearbeit immer wieder Mal ein angehen, Und jetzt: Otto mäht und mulcht, und ich liege im Strandkorb und geniesse es.

In solchen Augenblicken geniesst man es – und manchmal hört man sogar in den anderen Gärten die Rasenmäher, und dann stellt man sich vor, wie dort jemand drei Stunden mäht und dann 6 Säcke Rasenschnitt aufsammelt und entsorgt – und dann fühlt man sich um eine elendige Arbeit erleichtert und befreit.

Jeder hat irgendeine Arbeit, die er schrecklich findet, und jeder freut sich, wenn er einen Otto hat, der sie erledigt… und die kleine Schadenfreude, die bestraft der liebe Gott sofort – in meinem Fall mit 3cm Wasser im Wohnzimmer…

Trotzdem freue ich mich sicherlich wieder, wenn ich auf der Terrasse lieg und plötzlich sirrt es leise: Hallo Otto!

Photo: http://www.husqvarna.com

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